Perełki Turystyczne
E.Lasker-Route
Wir empfehlen
Emanuel Lasker Drucken E-Mail

Barlinek im Jahre 1868. Am Nachmittag des Heiligen Abends in einer bescheidenen Wohnung des Vorsängers der hiesigen Synagoge und unter der Woche des Zimmerers kommt das vierte Kind auf die Welt. Ein Sohn. Der Vater, Michaelis Aaron, gab ihm den Namen Immanuel. So wurde die Geburt des Kindes im Geburtenbuch neben den Namen Lasker notiert. Woher kommt der Name Lasker? Er kommt aus Polen, aus der Stadt „Łask”, wo Ahnen von Michaelis gewohnt haben. Ihre Nachkommen, auf der Suche nach einem passenden Wohnort, wurden woanders sesshaft, wo sie nach dem Herkunftsort „Lasker“ genannt wurden. Der Name blieb, aber der Vorname Immanuel wurde in der Schule in Emanuel umbenannt.

Der jüngste Spross der Laskers wuchs unter bescheidenen finanziellen Bedingungen aber umgeben von Liebe und Verständnis auf. Schon in jüngsten Jahren erstaunte der Junge seine Umgebung mit seiner resoluten Art und außergewöhnlichen Begabungen. In Erstaunen setzte er zuerst seine Lehrer und dann den Professor des Gorzower (Landsberger) Gymnasiums. „Ich war der beste Schachspieler der Stadt…“,  beginnt Professor Kewitz seine Erinnerungen. Bald, und zu seinem großen Erstaunen, verliert Meister Kewitz mit Pauken und Trompeten gegen den eigenen Schüler, einen Schüler, dessen Gemüt vom Schach bestimmt war.  Die Leidenschaft für das Schachspiel wurde dem zukünftigen Erzmeister von seinem älteren Bruder Berthold mitgegeben. Die zweite Leidenschaft von Emanuel war seine Heimatstadt: „Ich liebe mein Berlinchen“ – sagte er immer wieder, auch noch am Ende seines Lebens.

Mit dem Abiturzeugnis in der Tasche, im Jahre 1888, geht Emanuel aus Berlinchen in die große weite Welt. Er nimmt das Studium an einer Berliner Universität auf. Wie verdient er sich das Studium? Anfangs in den Kaffeehäusern.  Die Berliner „high society“ liebt Schachspiele mit jungen Talenten, Leuten wie Vortänzer, nur in „besserer Ausführung“. Selbstverständlich für Geld. Emanuel gewinnt alles. Er gewinnt an Ruhm, der wiederum sein ganzes Leben beeinflusste.
„Ich trat in einem Zweitturnier in Breslau im Jahre1889 auf und zu meinem Erstaunen gewann ich den ersten Platz! So begann meine Schachkarriere.“ - erinnert er sich in einem Radiointerview. Gewinne in der Höhe von 400 – 500 Mark sicherten ihm den Unterhalt. Breslau ist der erste Ort auf der Karte seiner außergewöhnlichen Erfolge. Innerhalb von fünf Jahren bereist er Europa und Amerika und gewinnt internationalen Ruhm. Schach wird seine Leidenschaft und Beruf. Und dann kommt es zu dem wichtigsten Kampf.

0


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Im Jahre 1894 im entfernt gelegenen Montreal treten die zwei größten Schachmeister gegeneinander an: der 58-jährige Weltmeister Wilhelm Steinitz und der 25-jährige Emanuel. Nach einem langen und erschöpfenden Spiel, am Abend des 26. Mai, erliegt Steinitz seinem Rivalen und gibt die entscheidende Partie auf. Er steht auf und, den bitteren Geschmack der Niederlage überspielend, ruft er einen neuen Weltmeister auf. Eine Weile später, nachdenkend in einem Nebenzimmer sitzend, scheint er das Getöse zu Ehren von CHAMPION OF THE WORLD: EMANUEL LASKER nicht zu hören.

Am Morgen danach spielen die Zeitungen verrückt. Überall steht der Name Lasker. Ein Teil des Ruhmes fällt auch auf sein heimatliches Berlinchen. Zum ersten Mal in der Geschichte dieser Stadt suchten viele Menschen aus verschiedenen Ländern mit dem Finger auf der Karte das kleine Pünktchen, wo es in kleinen Buchstaben stand: Berlinchen. Und da legte der alte Vater von Emanuel Geldscheine in eine Zigarrenschachtel, die auf dem Fensterbrett stand. Sein in der ganzen Welt berühmter Sohn, damals schon Absolvent der Heidelberger Universität und bald ein bekannter Wissenschafter, schickte sie ihm.
Siege und Weltruf verdrehten Emanuel nicht den Kopf. Er kehrt zu seinen wissenschaftlichen Arbeiten zurück. Er hat schon einen abgeschlossenen Studiengang in Mathematik, und in Erlangen (1902) bekommt er den Titel des Doktors der Philosophie. Er fährt wieder in die Vereinigten Staaten. Da ruft er zum Leben auf und gibt die Zeitschrift „Lasker`s  Chess Magazine“ heraus. Es bedeutet für ihn anstrengende Arbeit und Kampf. Auf meisterliche Art und Weise gibt er Befehle für eine schwarz-weiße Armee – auf dem Schachfeld.  Weithin hat er nicht seinesgleichen. Dann lässt er sich mit seiner Ehefrau Martha Kohn in Deutschland nieder.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


In dieser Zeit wurde die Welt von den Kämpfen auf den Feldern von Verdun und an der Marne aufgeschreckt, wo statt Spielfiguren Menschen getötet wurden. Emanuel wollte nicht an solch blutigen Kämpfen teilnehmen. Er mag keine Kriege, er liebt das Spiel der Gedanken. Seine Gedanken schreibt er auf Papier auf. Er ist der Verfasser des “Lehrbuchs  des Schachspiels“ und schreibt für verschiedene Zeitschriften, darunter auch für den  „Polnischen Schachspieler“. Die dunklen Kriegsjahre erhellt ein Mensch. Seine Relativitätstheorie, die Raum und Zeit in einem vierdimmensionalen Zeitraum verbindet, machte Emanuel neugierig. Professor Albert Einstein? Er hat nicht viel von ihm gehört, aber er nimmt sofort in seinem eigenen Werk „Die Philosophie des Unvollendbar“ eine Polemik mit ihm auf. Diese zwei Denker werden bald Freunde. Sie werden bald das gleiche Schicksal teilen: das Schicksal der Europa-Flüchtlinge. „Ich bin diesem nimmermüden, unabhängigen und bescheidenen Menschen dankbar für die reichhaltige Diskussionen, die er mir schenkte“, schrieb später der geniale Physiker in der Einführung für die Biographie von Lasker.
Standen Einstein und Lasker gleich, wenn es um Tiefe ihres Geistes geht? Niemand bejaht es, aber es gibt auch niemanden, der es verneint. Der Autor der Relativitätstheorie sprach ihm seinen Dank aus. Und andere? Andere nannten ihn „Schachkönig“! Kein Wunder, auf den schwarz-weißen Kampfeldern war seine Größe leicht zu bemerken. Den Titel des Schachweltmeisters, den er in Montreal bekommen hat, behielt er 27 Jahre lang. Am längsten von allen bisherigen Schachweltmeistern. Niemand vor ihm und niemand nach ihm erreichte so etwas.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Aber wie das Leben so spielt: Es bereitete ihm eine Überraschung. Am Ozean erschien ein neues Talent: ein junger dynamischer Kubaner - Jose Raul Capablanka. Im Kampf gegen ihn, gibt der von Beschwerden geplagte 53-jährige Lasker überraschenderweise auf. Eine Sensation. Der unübertroffene Verteidigungs- und Angriffsmeister gab seinen langjährigen Championtitel an seinen Nachfolger ab – blieb aber trotzdem Schachkönig.
Er hatte jetzt mehr Zeit. Er verzichtet nicht aufs Schachspiel, vertieft sich in wissenschaftliche Arbeit und besucht öfter sein ersehntes Berlinchen. Konnte er ahnen, dass man ihm auch das wegnimmt? Fast im letzten Moment fährt er zu einem Turnier nach Moskau. Vorsichtshalber nimmt er seine Ehefrau mit. Antisemitismus in seiner Heimat versperrte ihm den Rückweg. Russland verläßt er kurz vor den stalinschen „Säuberungsaktionen“. Seine letzte Zuflucht wird New York. Noch vier Jahre erfreut sich Emanuel der Freiheit und am 11. Januar  1941, im Sterben liegend, spricht er den letzten unvollendeten Satz: „Schachkönig…“
Der legendäre Schachkönig aus Berlinchen wurde weit weg in der Fremde begraben.

Kazimierz Hoffman

 
  • Polish
  • German
  • English
Fotogaleria
Lokalne baśnie
Kommunikation
Tarzan Park
Sztorm
Mistrzostwa Polski
Certyfikaty